Ladungssicherung – Zurrketten

Ladungssicherung – Zurrketten

Im folgenden Beitrag wollen wir uns wieder eine Art von Zurrmitteln, die Zurrketten, ansehen.

Zurrketten

Wo große Kräfte (z.B. Tieflader & schwere Maschinen) benötigt werden oder wo sehr raue Bedingungen herrschen, kommen häufig Zurrketten zum Einsatz.

Die Herstellung, Kennzeichnung und Verwendung sowie Prüfung wird in der EN 12195-3 „Zurrketten“ geregelt.

Die Kette

Als Zurrketten dürfen grundsätzlich nur kurzgliedrige Ketten der Güteklasse 8 (GK8) – oder höherwertige – verwendet werden.

Was bedeutet „kurzgliedrig“?

Hinter dieser Bezeichnung steckt die Teilung der Kette. Einfach gesagt, wie oft passt der Nenndurchmesser der Kette in ein Kettenglied hinein. Vorgegeben ist eine Nennleitung zu Nenndicke von 3:1.

Das heißt, dass der Nenndurchmesser 3 mal in ein Kettenglied hineinpasst.

Was bedeutet Güteklasse?

Jede Kette als Anschlagsmittel eines Kranes und als Ladungssicherungsmittel wird in Güteklassen angegeben. Sie drückt die Festigkeit der Kette aus.

Momentan werden für Zurrketten die Güteklasse 8, 10 und 12 angeboten.

Die Güteklassen im Vergleich

LC
Nenndicke  GK 8  GK 10 GK 12
6 mm     2.200 daN 3.000 daN 3.600 daN
8 mm 4.000 daN 5.000 daN 6.000 daN
10 mm 6.300 daN 8.000 da 10.000 daN
13 mm 10.000 daN 13.000 daN 16.000 daN

LC = zulässige Zugkraft                  1 daN = ca. 1 kg

Kraftverkürzungen

Zurrketten können mit „Kettenverkürzungen“ in ihrer Länge verstellt werden. Als Kettenverkürzung gibt es verschiedene Ausführungen:

Kettenhaken

Kettenhaken eignen sich für eine rasche Verkürzung der Kette. Jedoch ist zu beachtet, dass die Kette richtig eingelegt wird.

Verkürzungsklauen

Die Kette muss genau mit einem Glied eingelegt werden und mit dem Sicherungsstift gesichert werden. Die Kette kann somit nicht mehr herausrutschen.

Verkürzungsklaue verschiebbar

Oftmals ergibt sich das Problem, dass sich eine Kettenverkürzung an unzugänglicher Stelle oder bei einer Kante befindet.

Mit dieser Art kann der Benutzer, den für sich und die Kette optimalen Verkürzungspunkt selbst wählen.

Spannelemente von Ketten

Je nach Einsatzzweck und benötigter Zugkraft unterscheidet man zwischen den verschiedenen Spannelementen.

Anwendung von Spannelementen:

Der Rückschlagweg von mechanisch bedienten Spannelementen darf nicht größer sein als 15 cm.

Sie müssen so konstruiert sein, dass ein absichtliches Vorgehen nötig ist, um die Spannung in der Zurrung zu lösen.

Spannelemente mit Haken müssen mit einer Hakensicherung ausgetattet sein, um ein Aushängen zu verhindern.

Werden abnehmbare Kurbeln/Hebeln verwendet, so dürfen sich diese unter Last nicht unbeabsichtigt lösen.

Kennzeichnung der Zurrketten

Die Kennzeichnung erfolgt mittels eines Metallanhängers und muss folgende Angaben enthalten:

  • Zurrkraft LC in kN = 1.000 N entspricht ca. 100 kg.
  • Spannkraft STF, wenn die Zurrkette für Niederzurren ausgelegt ist. Ansonsten darf nur „direkt gezurrt“ werden!
  • Bei Mehrzweck – Ratschzügen: Angabe der maximalen Handkraft zur Erreichung des WLL (Working Load Limit) = Nutzlast.
  • „Darf nicht zum Heben verwendet werden“, ausgenommen bei Mehrzweck-Ratschzügen.
  • Spannelemente müssen mit dem Namen oder Kennzeichen des Herstellers versehen sein.
  • Verlangen Sie beim Kauf eine Kette die normativ vorgeschriebene Herstellerbescheinigung.

Ablegereife

  • Längung um mehr als 3%.
  • Risse (max. 10%)
  • Gewinde abgenutzt
  • Dehnung der Kettenglieder
  • Starke Korrosion

Zurrketten müssen im Gegensatz zu Zurrgurten jährlich vom Hersteller geprüft und dementsprechend dokumentiert werden.

QUELLE: Ladungssicherung für Praktiker von Rainer – Koller 3. Auflage.

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